Das Land- und Dorfleben

D a m a l s

Vom früheren Land- oder Dorfleben gab es schon immer verschiedene Vorstellungen. Insbesondere die Städter betrachteten das Leben auf dem Land verklärt und romantisch. 

Die Wirklichkeit sah jedoch völlig anders aus:

Früher lebten z.B. auf einem Bauernhof neben den Bewohnern Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, Hühner, Gänse und Enten. Es gab zwar viele Arten, aber nur wenige Tiere von einer Art. Die Tiere bekamen das Futter, das auf dem Bauern-hof selbst erzeugt wurde. Oft dienten die Tiere vor allem der Ernährung des Bauern und seiner Familie.

Jeder Hof besaß ein eigenes Stück Feld und Garten, das eigenständig bewirtschaftet wurde. Zusätzlich wurden Wald, Wiesen und Flüsse gemeinsam genutzt. 

Viele Kleinbauern waren arm. Die Familien kamen gerade so „über die Runden“. 

Die Kinder „mussten“ deshalb oft in der Landwirtschaft mitarbeiten, worunter der Schulbesuch litt.

Das Landleben war immer schon mit harter Arbeit verbunden – auch wenn Maschinen und technische Hilfsmittel in vielen landwirtschaftlichen Bereichen nur allmählich die mühselige Handarbeit ersetzten.

Die Dorfgemeinschaft war nützlich für alle, die in ihr lebten. Hier hielt man zusammen,  traf sich auf urigen Dorffesten oder betrauerte die Toten.

Noch um 1900 lebten in Norddeutschland drei von vier Menschen auf dem Dorf und arbeiteten in bäuerlichen Betrieben.

H e u t e

Das Landleben änderte sich mit der Industrialisierung. Es hat sich vom autarken Agrarstandort mit starker Gemeinschaft hin zu modernen Wohnorten im Grünen gewandelt. Immer mehr Menschen strömten in die Städte, um dort Arbeit zu suchen und sich eine Existenz aufzubauen. Sie wollten der schweren körperlichen und auch schlecht bezahlten Landarbeit entfliehen.

Heute ist nur noch ein geringer Bruchteil der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Und nur wenige leben in Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern. 

Es dominieren Pendler, Maschinen, Infrastruktur und Individualismus, während traditionelle Strukturen verschwinden. Industrialisierung und technischer Fortschritt haben die Arbeitswelten und Lebensgewohnheiten folglich auch auf dem Land verändert: Maschinen ersetzen Menschen, Selbstversorger werden zu Konsumenten, traditionelle dörfliche Berufe (Hufschmied, Tischler, Stellmacher)  gibt es nicht mehr. 

Es folgen sechs Fotos aus alten Tagen…